DingDong – Pause zu Ende!

Schon wieder hat das Lakritzenblog eine Weile quasi stillgestanden, darlings. Es passiert gerade so vieles – Pläne, Ideen, Unternehmungen, auf geheimnisvolle Weise sind die Tage immer ruckzuck vorbei. Seit fast genau fünf Monaten trage ich nun die Orthese am linken Bein, von morgens nach dem Aufstehen bis abends zum Schlafengehen. In den ersten drei Wochen hatte ich so heftige Muskelschmerzen in der Rückenmuskulatur, daß ich beinahe alles hingeschmissen hätte. Mein Schmerzmittelverbrauch stieg wieder an in dieser Zeit, aber der Prinz stand mir immer zur Seite, machte mir Mut, tröstete mich und half mir, wo es nur ging. Und jetzt, nach fünf Monaten, habe ich tatsächlich das Gefühl, die Orthese sei ein Teil von mir geworden. Ich spüre sie kaum noch und das Anziehen klappt inzwischen auch alleine. Am besten finde ich, daß ich mit der Orthese schmerzfrei laufen kann – sehr langsam und ungeschickt zwar, aber hey – ohne Schmerzen!

Vor drei Wochen hat unser Freund Andreas (der Orthopäde) seine Verlobte Steffi (er nennt sie liebevoll „Cheffi“) geheiratet, und zwar auf diesem Weingut. Von dieser Möglichkeit hatten sie über Bekannte erfahren. Wir waren eingeladen, und es war ein wunderbarer Tag – sonnig, knackig warm, knallblauer Himmel – ein Traumtag zum Heiraten. Nach der Wärme draußen war es zwischen den Weinfässern, die an den Wänden bis zur Decke hoch lagern, recht kühl. Aber die Standesbeamtin, die regelmäßig zum Weingut kommt und dort willige Paare traut, hielt ihre Rede sehr humor- und liebevoll und brachte alle Gäste zum Lachen. Hinterher gab es einen Sektempfang mit köstlichen Häppchen. Ein bezaubernder alter Herr fragte mich, ob er mir einen Stuhl holen dürfe. Ich bedankte mich und damit hatte er sich selbst zu meinem „Betreuer-Ritter“ ernannt und kümmerte sich um mich bis in den Abend hinein. Mit dem Prinzen war er gleich per Du. Später fand ich heraus, daß er der Vater der Braut war 😀

„Cheffi“ erwartet übrigens ein Kind. Der Kleine soll im August kommen. Beide wollten ausdrücklich wissen, ob es eine Tochter oder ein Sohn wird. Andreas ist dafür, dass der Kleine „Dschingis Karl“ heißt. Für ein Mädchen hätte er „Wulftrud“ gewählt. 😀 An den Reden war deutlich zu merken, daß beide Familien glücklich über diese Heirat sind und sich über das neue Familienmitglied freuen.

Ja, und diesen Pizza-und Rotwein-Abend vorgestern haben wir nicht zu Hause, sondern in dem italienischen Restaurant verbracht, das verblüffenderweise in unserem Dorf zu finden ist. Als Pippo, der ursprüngliche Inhaber, in den Ruhestand ging, übernahm sein Koch, ein sehr netter und herzlicher Marokkaner, den Laden. Er kocht supergut. Der Prinz blieb bei Pizza und Rotwein, ich hatte Lasagne und ein Bananenweizen (seit Ewigkeiten mal wieder!) Die zwei Freitage davor zelebrierten wir bei Pepe e Sale, da konnte ich meinen riesigen Appetit auf Gnocchi stillen. Wie Michele, der Koch im im Tivoli, stellt auch Rafaele, der Koch im Pepe, die Gnocchi selbst her, und sie sind himmlisch! Zudem lieben wir Lambrusco (wenn auch Weinkenner diesen belächeln), und Claudio kauft immer den aus der Emilia, der ist herrlich fruchtig.

Micia, die Chefin über alles, wird älter (nee – echt jetzt?! DAS ist ja mal ungewöhnlich, Frau Lakritz! 😀 😀 )

Ich hatte gerätselt, warum ihre linke Lefze so merkwürdig aussieht. Als sie mich dann mal so ganz herzhaft angähnte, sah ich, daß links im Oberkiefer der Reißzahn fehlt. Ok, sie ist jetzt schätzungsweise zehn Jahre alt. Und Katzen können über 20 werden. Immerhin macht sie den Eindruck, daß sie sich wohlfühlt und es ihr gutgeht. Sie ist merkwürdig anhänglich und zärtlich in der letzten Zeit; eher untypisch für sie, die sonst eher etwas distanzierter ist. Nun, ich werde sie im Auge behalten und wenn was Ungewöhnliches ist, dann ab mit ihr zum Highlander.

Die kommende Woche wird wieder erfreulich kurz, my darlings, der Prinz hat sich den Freitag schon freigeschaufelt und ich freue mich auf das lange Wochenende mit ihm <3 Am Freitag startet unten im Wäldchen der alljährliche Mittelaltermarkt. Ich würde mich da eigentlich gar nicht hin trauen (sehr viele Menschen!), aber mein Physiotherapeut Hubert riet mir, am Freitag gleich gegen 17.oo Uhr hinzugehen. Das Haupt-Spektakel läuft auf der großen Wiese ab, und auf den Wegen um die Wiese herum seien dann noch kaum Leute unterwegs, so daß ich nicht befürchten müsse, angerempelt und umgeschubst zu werden, erklärte er mir. Allerdings habe ich auf der Webseite des Spectaculum keinen Hinweis auf Behinderten-Parkplätze gefunden und die Organisatoren soeben angemailt und gefragt.

Also, dann wünsche ich euch eine gemütliche kurze Woche und danach ein kuscheliges langes Wochenende, my dearies!

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