Dein Stockbein

Als ich den vorherigen Beitrag über die Türen des Einkaufszentrums in der Lakritzenbruderstadt schrieb, fiel mir noch ein hinreißendes Erlebnis aus dem letzten Weihnachtsurlaub in der zweiten Heimat ein; eine Erinnerung, die mir immer noch ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert, weil das einfach ein total süßes Erlebnis war:

Es war der Tag nach dem Sturz. Laufen tat unsagbar weh (wir waren noch nicht beim Arzt gewesen, weil es der zweite Weihnachtstag war und ich hatte noch keine Ahnung, dass ich mir im linken Oberschenkel einen Muskel gezerrt und mir das linke Handgelenk gebrochen hatte. Es tat einfach nur alles irrsinnig weh. Wir fuhren mit unserer Freundin Edda, der Schmiedin, nach Harlesiel ans Wattenmeer. Dort wollten wir im Wattkieker eine Kleinigkeit essen. Ich war mit dem Gehstock unterwegs. Ein Stückchen weiter saß eine Familie am Tisch. Der Sohn (ich schätzte ihn auf zehn bis zwölf Jahre) war sehr fasziniert vom kleinen Herrn Sonntag. Als wir bezahlt hatten, kam der Junge zu uns rüber und fragte höflich: „Darf ich euren Hund mal streicheln?“ Ein total süßer Kerl, der Kleene.

„Ja klar darfst du das, der freut sich“, sagte der Prinz. Der kleine Herr Sonntag ist mit Kindern aufgewachsen und kommt prima mit ihnen klar, zumal sein Gesicht mit den großen Kulleraugen bei Kindern sofort Vertrauen schafft. Der Junge knuddelte Herrn Sonntag ausführlich, dann sagte er: „Ich hab euch vorhin draußen schon gesehen, mit eurem Hund, als ihr reingekommen seid.“ Er grinste mich lausbübisch an und sagte: „Dich hab ich auch draußen gesehen, mit deinem Stockbein. Du bist behindert, nicht?“

Wow! Ich war „totally blown away“! so eine lockere Art, von einem Kind! Das tat richtig gut!

„Ja, sagte ich, „das bin ich.“ Der Junge nickte ernsthaft. „Das hab ich mir schon gedacht, daß du behindert bist“, sagte er. (Himmel, war der Kerl süß!) Als die Familie sich ebenfalls zum Gehen bereit machte, wurde mir klar, warum der Junge mit dem Thema so locker war: Der Großvater saß im Rollstuhl, das war durch den Tisch verdeckt gewesen, deshalb hatte ich es nicht gesehen. Der Kleene war das also gewöhnt. Als wir aufstanden, kam die Mutter des Jungen nochmal schnell zu uns an den Tisch. „Vielen Dank, daß mein Sohn Ihren Hund streicheln durfte – ich hoffe, er hat Sie nicht gestört“, sagte sie. Wir versicherten ihr, daß ihr Sohn ein Ausbund an Charme und eine besonders nette Gesellschaft sei. Sie freute sich sehr. Er war elf, übrigens.

Wir denken immer noch gern an diese Begegnung zurück. Wenn wir das Haus verlassen, nehme ich natürlich „mein Stockbein“ mit. <3

 

„Da arbeiten wir gerade dran.“

Das ist die Standard-Luftblasen-Antwort, wenn ich irgendwo (Gastronomie, Geschäft…) höflich darauf hinweise, daß der Zugang und/oder die Bewegungsmöglichkeiten für Behinderte schwierig sind.  Die Stadt, in der der Lakritzenbruder wohnt, hat ein kleines Einkaufszentrum, das ich ganz angenehm finde und das wir auch bei jedem Besuch dort heimaufsuchen. Nachteil: die Türen haben keinen Schalter zum Öffnen, Behinderte müssen also immer jemanden bitten, eine Tür für sie aufzuhalten. Das ist für mich kein Problem, denn der Satz „“Entschuldigung, wären Sie so nett, mir die Tür zu öffnen?“ ist bei mir schon lange Standard, und ich hatte  mir auch gleich zu Beginn die Scheu abgewöhnt, fremde Menschen anzusprechen. Meist ist das auch gar kein Problem. Wenn ich laufe und mit dem Stock unterwegs bin  (z.B. In Gaststätten), sieht mich meist schon jemand heranstöckern*gg*, fragt: „Wollen Sie hier durch?“ und hält mir die Tür auf. Das ist immer prima, manchmal ergibt sich auch ein kleines Gespräch, zumal ich den Leuten die Situation ganz gern mit einem kleinen Witzchen leichter mache. Die meisten Menschen sind hilfsbereit, das ist erfeulicherweise schon so.

whatever, das Betreten des besagten Einkaufszentrums in der Lakritzenbruderstadt ist jedenfalls schwierig, da man die Türen  per Hand am Griff aufziehen muss. (Ich denke da meist weniger an Rolli-Piloten als an Leute mit Rollator – die Arbeit im Behindertenbeirat prägt ; – )  Gestern fragte ich per Mail bei der Geschäftsleitung an, wie es auf längere Sicht mit der Barrierefreiheit im Einkaufszentrum aussehe. Bereits nach zwei Stunden kam eine Mail zurück – Respekt! Die betreffende Mitarbeiterin schrieb mir die Standard-Antwort, die ich auf diese Frage überall bekomme: „Wir arbeiten daran“. Allerdings ergänzte sie, noch in diesem Jahr solle das Einkaufszentrum  elektrische Türöffner bekommen. Na, da bin ich mal gespannt. Wir werden in diesem Jahr sicher noch öfter hinfahren, denn wir sind sehr gern in diesem Städtchen.

Das muß der Arm abkönnen!

Diesen heroischen Satz höre ich immer wieder von Hubert, meinem Physiotherapeuten, wenn ich befürchte, daß eine bestimmte Übung oder Bewegung die Platte im  Handgelenk lösen könnte, die der Chirurg mir nach dem Sturz im  Urlaub drangeschraubt hatte. Aber die Platte sitzt fest, alles ist gut und sicher verheilt, das zeigte das letzte Röntgenbild Ende Februar. Die Platte hat die Form eines Flaschenöffners, dieses Dreieck mit dem Stiel unten dran, kennt ihr, oder? (Im Englischen heißen diese Flaschenöffner  wunderbarerweise „churchkey“!)

Hubert also ist der Meinung „Der Arzt sagt, das Gelenk ist stabil, also ist das Gelenk stabil“, und dreht und biegt fröhlich-unbekümmert an besagtem Gelenk herum. (Übrigens: Die Schiene trage ich schon seit einigen Wochen nicht mehr, auch nachts nicht! *freu*) Da die Hand ja seit dem Hallamati nicht mehr richtig aktiv war, hat sich die Knochendichte sehr zurückgebildet, das heißt: starke Osteoporose, denn Knochen werden nur unter Belastung stark und dicht. Deswegen machte es mir etwas Sorge, wenn Hubert so an dem Gelenk herumdrehte, weil ich da im Geiste schon die Schrauben aus den porösen Knochen rausbrechen sah. Das ist natürlich übertriebener Quatsch, wie mir auch das Röntgenbild ganz klar zeigte: Alles gut und fest verheilt. Den Satz „Das muß der Arm abkönnen!“ hat Hubert aus einem seiner Lieblingsfilme abgeleitet, „Das Boot“.

Wer den Film kennt, erinnert sich vielleicht an die Szene, als der Kaleu Befehl gibt, das Boot unter seine Belastungsgrenze sinken zu lassen und der Wasserdruck so stark wird, daß das Boot ächzt und knarrt, das Metall förmlich schreit und die Männer immer blasser werden und ihnen der Schweiß in dicken Tropfen über die Gesichter läuft.“ Das muß das Boot abkönnen!“, sagt der Kaleu da nur. Und das kann es auch ab. So wie mein Handgelenk, wenn Hubert dran rumdreht und –biegt und er sagt: „Das muß der Arm abkönnen!“

„Jawoll, Herr Kaleu!“, sage ich dann immer brav und lasse ihn biegen. 😀

(Im Ernst jetzt mal: Der Hubert ist ein ganz wunderbarer und feinfühliger Therapeut und ich schätze mich glücklich, ihn erwischt zu haben!)

Lakritzen-Rollis neue Schuhe

darlings,

Kürzlich brachte der DHL-Bote das Paket mit den neuen Rädern für meinen Rolli. Nicht die großen Hinterräder, sondern die kleinen Vorderräder mußten erneuert werden.

Der Grund:

räder alt

Im Nachhinein tut es mir leid, daß ich die Kilometer nicht erfaßt habe, die mein treuer e-Rolli mich gefahren hat. Auf allen Ausflügen war er dabei, bei Städtetrips in Deutschland und Fronkraisch, in der Reha, auf Gassi-Trips mit dem kleinen Herrn Sonntag (daher stammen auch die kleinen Steine, die sich an den Rädern  festgesetzt haben.) Jetzt  sehen die Räder wieder so aus, wie sie zu Beginn waren, als ich 2012 den Rolli bekam:

rad neu

Ein gewaltiger Unterschied, oder? Daran sieht man, wie viel wir unterwegs sind 😀

Frau Lakritze ist erleichtert

Gestern rief der Orthopädiemechaniker an und gab durch, daß die neue Schiene für mein operiertes Handgelenk da sei. Der Prinz fuhr mich gleich hin, jetzt fühle ich mich wohler! Denn:

Zuerst hatte ich so eine Schiene. Wochenlang hing so ein Klumpen an meiner Hand :/

Jetzt hab ich diese hier – sie wiegt nur wenige Gramm und ich bin – im wahrsten Sinne des Wortes – unendlich erleichtert! 😀

Wii jetzt – schon wieder? Ja!

Ich weiß, ich habe es schon einmal gefragt, ist eine geraume Zeit her, aber dennoch: heute habe ich mit meinem Physiotherapeuten über die Wii gesprochen, vor allem über die Wii fit mit dem Balance Board. Er ist der Meinung, daß Training mit dem Gerät mir sehr gut tun könnte, vor allem in Hinblick auf Gleichgewicht und Kraft. Also meine Frage nochmals:  hat jemand so eine und würde sie mir günstig überlassen?

Infos bitte an lakritzefrau (bei) web.de – Danke! <3

Netter Besuch

Am Samstag hatten der kleine Herr Sonntag und wir einen sehr coolen Nachmittag im Saarland.

Am 3. Dezember letzten Jahres hatte ja das Mittagsmagazin einen kleinen Beitrag über mich gesendet, anläßlich des internationalen Tages der Menschen mit Behinderung. Nach diesem Beitrag haben einige Leute mit mir Kontakt aufgenommen, zum Beispiel Elke und Fritz, mit denen wir uns in Oldenburg trafen.

Kurz darauf erhielt ich noch eine Mail von Willy, einem pensionierten Tierarzt, der seit einem Schlaganfall die gleichen Symptome hat wie ich (Halbseitenlähmung links). Typisch Mann, wurde es gleich technisch. Er hat das gleiche E-Rolli-Modell wie ich, den e-fix, und wollte wissen, wie ich damit Bordsteinkanten hochkomme, die höher als fünf Zentimeter sind. Eine gute Frage, denn die Vorderräder des Rollis sind kleine Plastikräder, die nicht so viel abkönnen wie die großen, die aus Gummi sind. Ich antwortete, dass ich Bordsteine nach Möglichkeit rückwärts rauf- und runterfahre, da fangen die großen Gummiräder das meiste ab und die kleinen Kunststoffräder rollen einfach mit. Von da an tauschten wir regelmäßig Mails aus. Für gestern luden uns Willy und seine Frau Gaby (Namen geändert) zum Kaffee zu sich ins Saarland ein. Da sie eine Rottweilerhündin haben und Hunde lieben, war unser kleiner Herr Sonntag natürlich auch willkommen, zumal ich vorab ein Foto von ihm gemailt hatte – und wer kann seinem Gesicht schon widerstehen? 😀 (Sogar Stefanie, meine Ergotherapeutin, liebt ihn, obwohl sie allergisch auf Hunde und Katzen ist!)

Gaby hatte köstlichen Kuchen gebacken und wunderbaren Darjeeling gekocht. Wir genossen, während sich die beiden Hunde miteinander bekannt machten. Die Rottweilerhündin, Luzie, ist ein Koloß von 47 Kilo, hat das den Rottis eigene liebe Knutschgesicht und ist bezaubernd und sehr schmusig. Sie freute sich sehr, daß unser Kleiner zu Besuch war, und forderte ihn wild herumspringend zum Spielen auf. Herr Sonntag fand das ziemlich einschüchternd und bellte verlegen (er bellt viel, wenn er unsicher ist und nicht weiß, wie er reagieren soll.) Gaby löste das ganz einfach: sie öffnete die Terrassentür uns ließ beide Hunde raus in den Garten, der einen sehr großen Rasen hat, über die gesamte Frontfläche des Hauses. Dort tobten die zwei wie verrückt herum, sich umkreisend, Spielzeuge umher werfend, bellend, es war einfach schön, da zuzusehen.

Willy und ich tauschten uns aus über unsere Rehas und  Therapien und gaben uns gegenseitig Tipps dazu, wie wir klarkommen mit dem Alltagskram und darüber, ob und welche Umbauten im Wohnbereich oder Hilfsmittel man braucht und welche nicht unbedingt. Neugierig war ich auf seinen „Haupt-Rollstuhl“. Er hatte mir geschrieben, daß er neben dem e-fix noch einen „Optimus Zwei“ habe. Nun ist der „e-fix“ ja nur ein elektrischer Zusatzantrieb, kein Rolli-Modell an sich, der Optimus Zwei aber schon. Ich unheilbarer Geek dachte bei diesem Namen natürlich sofort an ihn.

Der Optimus stand auf der Terrasse, ich durfte ihn mal testen und war mordsmäßig beeindruckt: abgesehen von den dicken Ballonreifen hat das Ding richtige Scheinwerfer, Rücklichter, einen Rückspiegel und – Blinker!!! Boah. Er ist aufrüstbar für 15km/h (dann braucht er ein Versicherungskennzeichen. Saucool. Allerdings kann man ihn nicht mal eben falten und ins Auto stecken wie meinen.

(Ich mußte mir erstmal vor Augen führen, daß Willy ein ganzes Stück härter betroffen ist als ich, und schämte mich etwas.) Auf jeden Fall war der Erfahrungsaustausch sehr hilfreich für uns beide (vor allem beim Thema „kleinere Tätigkeiten im Haushalt/Alltag“) Auch der Prinz und Gaby, die ja sozusagen beide als „Pfleger“ fungieren, hatten gute Gespräche und tauschten sich intensiv aus, ebenso wie die Hunde, die sich sehr mochten (Leider ist Luzie sterilisiert; ich hatte schon Bilder von Sonntag/Luzie-Welpen im Kopf 😀 😀 😀 ) Auf der Rückfahrt lag unser Kleiner eng zusammengerollt hinten auf seiner Decke und schlief tief und fest, zufrieden mit dem Nachmittag.

Es ist immer wieder schön für mich, andere Betroffene kennenzulernen und mich mit ihnen austauschen zu können. Und sowohl Fritz und Elke in Norddeutschland als auch jetzt Willy und Gaby im Saarland sind eine schöne, sympathische Bereicherung unseres Bekanntenkreises.

Morgen…

Die Katzen ahnen was. Ihnen schwant nichts Gutes. Sie kleben mir, sozusagen, am Arsch Allerwertesten. Sie lassen mich nicht aus den Augen. Klar, die sind ja nicht doof. Sie spüren, dass ich wegen der OP morgen angespannt bin.

Soweit möglich, bin ich aber dennoch locker. Ich weiß, dass der Arzt, der mich operieren wird, sehr gut und vertrauenswürdig ist. Der Prinz wird da sein, mit Teilchen und Kaffee, wenn ich auf mein Zimmer komme. (Juhu, Einzelzimmer)

(Als ich 2012 nach Hause entlassen wurde, habe ich als erstes eine private Zusatzversicherung für ein Einzelzimmer im Krankenhaus abgeschlossen und ich bin sicher, dass diese 17,30 € im Monat schon jetzt, für diese nur fünf Tage, jeden Cent wert sein werden. Denn bisher hatte ich immer Zimmergenossinnen, die scheinbar direkt aus der Hölle stammten, alle schnarchten, eine redete ohne Punkt und Komma und kannte den Begriff „Privatsphäre“ nicht, eine beschwerte sich ständig – wie auch immer: ich kann nicht gesund werden, wenn ich mit einem fremden Menschen Arschbacke an Arschbacke leben muss.
Meine einzige Sorge war bisher der kleine Herr Sonntag. Übers Wochenende ist der Prinz ja hier, aber er kann den Hund am Montag und Dienstag nicht mit zur Arbeit nehmen.
Ich habe etwas herumtelefoniert und mit unserem Vermieter abgesprochen, dass am Montagmittag unsre Freundin Carmen hier aufschlagen und mit dem Kleinen eine ausführliche Gassirunde drehen wird.

Am Dienstag übernimmt das Freundin und Lieblingsnachbarin Wiltrud. (Bin froh, dass wir hier so gut vernetzt sind.) Soweit sehe ich dem morgigen Tag also recht ruhig entgegen. Um halb acht muss ich da sein. Habe mit der Anästhesistin besprochen, dass ich zumindest eine Tasse Tee trinken darf (Kaffee ist nicht drin). Nach der OP werde ich vermutlich wegen Kaffeemangels aus den Latschen kippen, aber da ist ja der Prinz dann da <3 . Kindle, iPad und Hänti  gehen natürlich mit, das Laptop ist für eine Hand zu unhandlich. So werde ich diese fünf Tage schon überleben 😀

Also, bis zum nächsten Mittwoch dann! Macht’s gut! *winkt*

Postskriptum: der 30. Dezember

Hiermit startet meine kleine PS-Reihe unserer Urlaubs-Unternehmungen. Hauptsächlich habe ich so wenig notiert, weil wir so ewig gebraucht hatten, mein Laptop ins Netz zu kriegen (NIE WIEDER Ferienwohnung ohne WLAN!), und meist war’s mir schlicht zu kalt und zu ungemütlich-dunkel (wenn die Vermieter Rentner sind, hat man meist funzelige 25-Watt-Birnchen in jedem Raum : – ))

Wie auch immer – der kleine Bericht über mich im Mittagsmagazin hat uns sehr nette neue Bekanntschaften beschert: am Tag nach der Ausstrahlung erhielt ich eine Mail von Fritz, der den Beitrag gesehen hatte und mir schrieb, seine Frau Elke (Namen geändert) habe das gleiche Leiden wie ich (also Lähmung der linken Körperseite), sie käme aber psychisch nicht gut damit zurecht – ob ich einmal mit ihr sprechen würde? Er wolle dafür auch gern die lange Fahrt zu uns unternehmen. Es stellte sich heraus, dass die beiden in einer Stadt nahe unserer Urlaubsregion leben. Also schlug ich vor, dass wir uns statt hier doch besser in  in Oldenburg treffen könnten. Diesen Vorschlag nahmen die beiden begeistert an, so war für sie Fahrt schon um drei Viertel gekürzt. Wir trafen uns im Café Florian, das nicht nur sehr gemütlich ist, sondern auch eine herrliche Marzipan-Nuss-Torte bietet. Fritz und Elke erkannten uns (also wohl mich) sofort. Wir vier waren schnell auf einer Wellenlänge und bald sehr angeregt im Gespräch. Bei Elke ist es so, dass sie die gleichen Symptome hat wie ich, allerdings ist die medizinische Ursache bei ihr eine völlig andere. Fritz leidet zudem noch an den Folgen eines schweren Arbeitsunfalles, ist aber trotzdem ein lustiger, fröhlicher Mensch, der gern lacht und gern lebt. Ich schätze, dass wir vier gut drei Stunden zusammen saßen – es tat gut, war lustig und sehr aufschlußreich. Die zwei konnten uns etliche Tipps und Hinweise geben, die uns in der nötigen Bürokratie möglicherweise noch wertvoll sein werden. Fritz und Elke haben ebenfalls einen Hund, mit dem unser Herr Sonntag prima auskam. Die beiden Männer gingen zwischendurch mal die Hunde auslüften, das nutzten Elke und ich (wir sind übrigens gleich alt) für ein vertrauliches Schwätzchen („Ist [das und das] bei dir auch so…? Was tust du, wenn…?“) Das war richtig schön, auch für mich, mir tat der Austausch einfach gut.

Wir verabschiedeten uns bei beißender Kälte und schneidendem Wind. Ich nahm Elke das Versprechen ab, mich anzurufen, wenn sie nicht gut drauf ist – denn wir beide können uns da gegenseitig raushelfen.

Diese neue Bekanntschaft ist definitiv eine Bereicherung – wir vier werden uns auf jeden Fall öfter sehen. Geplant haben wir bereits, dass die zwei uns im Sommer hier besuchen (Elke trinkt nämlich sehr gern Weißwein, und die Pfalz ist ja mit dem Auto praktisch nebenan.)

Filmzitat:…“Das könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein“ : – ))